In diesen Tagen wurden und werden wieder offiziell aussehende Briefe verschickt, mit denen man versucht, bei gutgläubigen Steuerpflichtigen Gelder zu erhaschen. Schon der Umschlag sieht wie ein steuerbehördentypischer Recyclingpapierumschlag aus. Als Absender ist aufgedruckt: „Zentrales Gewerberegister Umsatzsteuer-ID-Nr.de“.

Wenn man den zweiseitigen Brief dann herausholt, sieht er auf den ersten Blick wie ein behördliches Schreiben aus. Auch hier wird wieder das typische Recyclingpapier verwendet. Oben links prangt so etwas Ähnliches wie ein doppelköpfiger Adler (der wohl mit viel Phantasie den Bundesadler suggerieren soll) und darunter steht in großen Lettern „UStID-Nr.de“. Sicherlich eine Domain, die man eher meiden sollte.

In der rechten oberen Ecke steht förmlich aussehend „Zentrales Gewerberegister zur Eintragung und Veröffentlichung inkl. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer“. Auf dem Schreiben prangt weiter ein dickes fettes „Erinnerung!!!“. Die drei Ausrufezeichen springen ins Auge. Im ersten Moment drängt sich hier der Eindruck auf, es handle sich um ein behördliches Schreiben, welches die letzte Erinnerung darstellt, dass man seinen Bürgerpflichten nicht nachgekommen ist.

Weit gefehlt. Dieses Schreiben ist ein Betrugsversuch!!!

Im Schreiben wird man zuerst darüber in Kenntnis gesetzt, dass mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 und dem Steueränderungsgesetz 2013 die Bundesregierung die Gesetze zur umsatzsteuerrechtlichen (im Originalschreiben ist „umsatzsteuerrechtlichen“ übrigens groß geschrieben) Rechnungsstellung und den Pflichtangaben auf Rechnungen dem EU-Recht angepasst und neu gefasst hat.

Danach wird man über etwaige Vorschriften bei den Rechnungsinhalten belehrt und im Anschluss aufgefordert, das Schreiben per Post oder per Telefax an die DR-Verwaltung AG in Bonn zurückzusenden, um seine Umsatzsteueridentifikationsnummer mit entsprechenden Daten veröffentlichen zu können.

Auf diese Weise suggeriert das Schreiben sogar unter Fristsetzung (natürlich fett gedruckt), dass es sich dabei um eine Bürgerpflicht handelt. Vielmehr ist dies jedoch ein privater Anbieter, der so eine entsprechende Bürgerpflicht vorgaukeln möchte. Selbstverständlich wird es (wahrscheinlich) sogar in der Tat ein entsprechendes Register geben, in dem dann der Gutgläubige eingetragen wird. Dafür kann man aber dann, wenn man dieses Schreiben unterschrieben zurücksendet, den stolzen Veröffentlichungsbetrag von jährlich 398,88 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer berappen. Wer daher ein entsprechendes Schreiben erhält, sollte dies tunlichst in den Mülleimer werfen, wie auch weitere Schreiben einer DR-Verwaltung AG.

Tipp:          Um solche Fälschung von tatsächlichen behördlichen Schreiben zu unterscheiden, sollten Sie regelmäßig das Kleingedruckte lesen und genau hinschauen. Schnell erschließt sich dann, dass es sich dabei nicht um ein behördliches Schreiben handeln kann, sondern tatsächlich ein privater Anbieter dahintersteckt, der äußerst dubios Geld verdienen möchte.

                                                                                                      

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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