Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) durch Vereinnahmung von Kundenzahlungen auf dem privaten Bankkonto des Gesellschafters

Der Kunde einer GmbH zahlte nicht auf das in der Rechnung angegebene Bankkonto der GmbH, sondern auf das private Konto des beherrschenden Gesellschafters. Ergebnis lt. Urteil des BFH:

1. Überweisen Schuldner der GmbH zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten Geld auf das private Konto des Gesellschafters der GmbH, liegt eine vGA auch dann vor, wenn der Gesellschafter diesen Betrag von seinem Privatkonto auf das Konto der GmbH überweist und die Zahlungsvorgänge in der Buchhaltung der GmbH erfasst werden.

2. Dieses gilt jedenfalls dann als vGA, wenn es an einer klaren und eindeutigen Vereinbarung zwischen der GmbH und dem Gesellschafter für diese Zahlungen und deren Verwendung fehlt. Ferner muss diese Vereinbarung auch bereits vor der Zahlung bestehen.

Ist dieses nicht der Fall, steht die Verwendung der Gelder im Belieben des Gesellschafters und löst damit eine vGA aus.

Der umgekehrte Fall kann aber auch steuerlich schmerzhaft werden. Tilgt der beherrschende Gesellschafter von seinem Privatkonto Verbindlichkeiten der GmbH, könnte es in Analogie zu der o. a. BFH-Rechtsprechung dazu kommen, dass diese Zahlung keine Betriebsausgabe für die GmbH darstellt, sondern vielmehr der Gesellschafter in Höhe der Verbindlichkeitstilgung eine verdeckte Einlage in die GmbH vorgenommen hat, die steuerneutral ist, d. h. keine Betriebsausgabe bei der GmbH ist. Diesen Sachverhalt musste der BFH bisher nicht beurteilen.

                                                                                                            

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