Ende 2015 wurde das „Gesetz zu der mehrseitigen Vereinbarung vom 29. Oktober 2014 zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten“ (kurz: Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz) beschlossen.

Während bisher nur auf Ersuchen und innerhalb des Ermessensspielraums die Finanzbehörden nach ausländischen Finanzkontendaten fragen durften, erfolgt nunmehr nach dem neuen Gesetz der Austausch von Finanzkontendaten von meldepflichtigen Konten automatisch!

Meldepflichtige Konten sind Konten von Personen, die in einem anderen Vertragsstaat steuerpflichtig sind. Übermittelt werden Name, Anschrift, Steueridentifikationsnummer, Geburtsdatum und -ort, Kontonummer, Jahresendsalden sowie gutgeschriebene Kapitalerträge. Stichtag ist jeweils der 31.07. eines Kalenderjahres; die erstmalige Anwendung ist wohl für 2017 vorgesehen.

Die relevante Vereinbarung wurde zwischenzeitlich von knapp 90 Staaten unterzeichnet, so dass die deutsche Finanzverwaltung die o. a. Daten über deutsche steuerpflichtige Konten im Ausland erhalten wird. Zu den Staaten gehören auch solche wie Cayman Islands, Jersey, Liechtenstein, Luxemburg, Schweiz etc., also sogenannte Steueroasenländer. Eine Aufstellung dieser rund 90 Staaten senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

Damit ist endgültig die Frist beendet, der deutschen Finanzverwaltung über eine Selbstanzeige die bisher verschwiegenen Einkünfte im Ausland nachmelden zu können. Durch die automatischen Mitteilungen der Finanzkontendaten aus dem Ausland kennt dann die deutsche Finanzverwaltung bereits die in der Selbstanzeige aufgeführten Werte, so dass die Strafbefreiung nicht eintreten kann.

Auf jeden Fall ist das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz ein erheblicher Meilenstein auf dem Weg zum gläsernen Steuerpflichtigen.

                                                                                                                                          

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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