Auf Gebäude entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO2- Emissionen in Deutschland. Die Einsparung von Energie in diesem Bereich bietet daher ein enormes Potential, um u.a. die Klimaschutzziele zu erreichen.

Die energetischen Anforderungen an Gebäude werden in der Energieeinsparverordnung festgelegt. Nachfolgend führen wir Ihnen die wichtigsten Punkte der Novelle zur Energieeinsparverordnung vom 01.05.2014 auf, die diese für Immobilieneigentümer mit sich bringt.

1. Pflicht zur Vorlage des Energieausweises für Verkäufer und Vermieter von Immobilien bereits bei Besichtigung

Diese Vorlageverpflichtung wird auch durch einen deutlich sichtbaren Aushang oder Auslegen während der Besichtigung erfüllt. Außerhalb von Besichtigungen hat der potenzielle Käufer oder Mieter einen Anspruch auf Sichtung des Ausweises, wenn er den Verkäufer oder Vermieter dazu auffordert. Wir empfehlen, bei Abschluss des Kauf- oder Mietvertrages den Energieausweis in Kopie beizufügen.

2. Pflichtangaben bei kommerziellen Immobilienanzeigen

Bei Verkauf oder Vermietung eines bebauten Grundstücks, eines Erbbaurechts, bei Wohnung oder Teileigentum müssen folgende Pflichtangaben in der Verkaufs- bzw. Vermietungsanzeige enthalten sein:

  • die Art des Energieausweises, d.h. ist es ein Energiebedarfsausweis oder ein Energie- verbrauchsausweis
  • der im Energieausweis genannte Wert des Energiebedarfs oder des Verbrauchs für das Gebäude
  • der im Energieausweis genannte wesentliche Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  • bei Wohngebäuden das im Energieausweis benannte Baujahr
  • bei Wohngebäuden die im Energieausweis genannte Wärmeeffizienzklasse.

Bei Nichtwohngebäuden ist der Energiebedarf bzw. der Energieverbrauch sowohl für Wärme als auch für Strom jeweils getrennt aufzuführen.

3. Verschärfung von Anforderungen

Ab 2016 werden an Neubauten höhere Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz gestellt. Dieses gilt auch für Außenbauteile sowie für die zulässigen Transmissionswärmeverluste über die Gebäudehülle. U.a. muss der Primärenergiebedarf 25 Prozent niedriger sein, als es bis 2015 noch zulässig war. Was man durch die Dämmung allein nicht hinbekommt, kann man durch den Einsatz einer sehr modernen Heizungsanlage kompensieren und umgekehrt.

4. Austauschpflicht für Heizkessel

Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 01.10.1978 eingebaut oder aufgestellt wurden sind, dürfen nicht mehr betrieben werden. Heizkessel, die vor dem 01.01.1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen ab dem 01.01.2015 nicht mehr betrieben werden. Für Heizkessel, die nach dem 01.01.1985 eingebaut wurden gilt, dass diese nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden dürfen.

Ausnahmen bestehen dann, wenn die vorhandenen Heizkessel Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel sind sowie auf heizungstechnische Anlagen, deren Nennleistung weniger als 4 kW oder mehr als 400 kW beträgt, und auf bestimmte Heizkessel nach § 13 Abs. 3 Nr. 2 bis 4 Energieverordnung 2014.

Die Austauschpflicht entfällt komplett für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 01.01.2002 in Ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben. Im Falle des Wechsels des Eigentümers ist die Pflicht vom neuen Eigentümer dann innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.

5. Pflicht zum Aushang des Energieausweises

Eigentümer von Gebäuden, in denen sich mehr als 500 m2 bzw. nach dem 08.07.2015 mehr als 250 m2 Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der auf behördlicher Nutzung beruht, müssen den Ausweis an gut sichtbarer Stelle aushängen. Gegebenenfalls muss der Eigentümer den Ausweis dem Mieter zur Verfügung stellen, damit dieser der Verpflichtung nachkommen kann.

6. Dämmung oberster Geschossflächen

Eigentümer von Wohngebäuden sowie von Nichtwohngebäuden, die jährlich mindestens vier Monate auf Innentemperaturen von mindestens 19 °C beheizt werden, haben dafür zu sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum ab dem 31.12.2015 gedämmt werden. Der Wärmedurchgangskoeffizent der obersten Geschossdecke darf danach 0,24 W / (m2 x K) nicht überschreiten.

Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist und die Anforderungen an den Mindestwestwärmeschutz erfüllt.

Nach der Definition des Deutschen Instituts für Bautechnik gilt der Mindestwärmeschutz bei Holzbalkendecken aller Baualtersklassen und massiven Geschossdecken ab 1969 grundsätzlich als eingehalten.

7. Stichprobenkontrolle und ihre Folgen

Werden Verstöße bei Stichprobenkontrollen festgestellt, gelten diese als Ordnungswidrigkeit.

Immobilienbesitzer sollten sich daher die Zeit nehmen zu prüfen, ob im Sinne der EnEV noch Handlungsbedarf in ihren Immobilien besteht.

Wenn Sie Fragen zu unseren Tipps haben, stellen Sie diese gerne in den Kommentaren.