Viele Energieausweise wurden im Jahr 2008 erstellt und verlieren in diesem Jahr ihre Gültigkeit. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Thema Energieeinsparverordnung(EnEV) und Energieausweispflicht erneut anzusprechen und Ihnen die wichtigsten Punkte aufzuzeigen.

Mit der Anpassung der Energieeinsparverordnung traten ab dem 01.05.2014 maßgebliche Änderungen in Bezug auf Energieausweise in Kraft. Bisher mussten Eigentümer von Immobilien den Energieausweis nur auf Nachfrage aushändigen. Seit dem 01.05.2014 sind Verkauf oder Vermietung von Immobilien nicht mehr ohne einen Energieausweis möglich.

Energieausweispflicht: Pflichtangaben

Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung einer Immobilie unaufgefordert vorgelegt werden. Der Paragraph §16a der EnEV 2014 regelt die Pflichtangaben in Inseraten.

Diese sind folgende:

  • die Art des Energieausweises, d. h. Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis
  • Energiebedarfs- oder Energieverbrauchswert
  • die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  • das Baujahr des Gebäudes
  • die Energieeffizienzklasse (nur bei ab den 01.05.2014 ausgestellten Energieausweisen)

In den nach dem 01.05.2014 erstellten Energieausweisen werden die energetischen Kennwerte einer von neun Effizienzklassen zugeordnet. Ähnlich wie bei Haushalts- und Elektrogeräten steht nun die Energieeffizienzklasse A+ für einen niedrigen Energiebedarf. Entsprechend weist die Energieeffizienzklasse H auf einen hohen Energiebedarf hin. Die Skala dieser Energieausweise weist Werte von 0 bis 250 kWh je m2 Gebäudenutzfläche und Jahr (m2 p.a.) aus.

Energieausweispflicht: Änderung der Energiewertbewertung

In den bis zum 30.04.2014 erstellten Energieausweisen wurden noch Werte von 0 bis 400 kWh/(m2 p.a.) dargestellt. Daher ist es möglich, dass die Verbrauchskennwerte einer Immobilie laut dem ersten Energieausweis im „grünen“ Bereich lagen, dies sich jedoch 10 Jahre später ganz anders darstellt. Auf Grund der veränderten Skala können die Verbrauchskennwerte einer Immobilie ganz schnell vom vormals „grünen“ Bereich in den orangefarbenen oder sogar in den roten Bereich abrutschen. Vor dem 01.05.2014 erstellte Energieausweise behalten trotzdem ihre volle Gültigkeit (insgesamt 10 Jahre) und dürfen bis zum im Ausweis ausgewiesenen Datum verwendet werden.

Mietern und Käufern ist ein Energieausweis, zumindest in Kopie, bei Vertragsabschluss auszuhändigen. Der Energieausweis sollte jedoch keinesfalls eine Anlage des Vertrages darstellen und somit zu dessen Bestandteil werden. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass die im Energieausweis ausgewiesenen energetischen Qualitäten der Immobilie keinen Bestand haben, so könnte ein Mieter z.B. Gewährleistungsrechte geltend machen und die Miete mindern.

Denkmalgeschützte Gebäude sind nach wie vor von der Energieausweispflicht befreit. Eigentümern von Neubauten ist ein vom Bauherrn in Auftrag zu gebender Energieausweis unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes zu übergeben. Eigentümer von Gewerbeimmobilien müssen ebenso bei Verkauf, Vermietung, etc. einen Energieausweis, ohne verpflichtende Vorgaben für die Ausweisart, vorweisen.

Bei Nichteinhaltung der Vorgaben der EnEV 2014 in Bezug auf die Energieausweispflicht kann ein Bußgeld bis zu einer Höhe von 15.000,00 € erhoben werden. Sofern Sie die Energieausweise Ihrer Immobilien noch nicht auf deren Gültigkeit überprüft haben, sollten Sie dies deshalb kurzfristig erledigen.

Sollten Sie zu diesem Thema konkrete Fragen haben, können Sie sich gerne bei uns melden. Ansonsten freuen wir uns über Feedback oder weitere Denkanstöße in den Kommentaren.