Tritt ein Todesfall in der Familie auf, ist dieser in der Regel für die Angehörigen schwer zu verkraften. Neben der Trauerbewältigung müssen sich die Erben mit der letzten Lebenssituation des Verstorbenen auseinandersetzen, um das Erbe abzuwickeln. Ein Augenmerk liegt dabei auf den Verträgen, die zum Todeszeitpunkt noch aktiv sind, denn die Erben treten mit dem Tod eines Angehörigen durch Gesamtrechtsnachfolge in dessen Verträge ein. Manche Verträge enden automatisch, andere müssen gekündigt werden.

Der Erblasser kann für diesen Fall vorsorgen und es damit den Erben leichter machen, sich in den Nachlass einzuarbeiten. Oft ist das jedoch nicht geschehen, so dass die Erben ohne nähere Informationen tätig werden müssen. Nachfolgende Ratschläge sollen helfen, die Abwicklungen einfacher und strukturierter vornehmen zu können.

1. Informationen durch den Erblasser

Wir bieten unseren Mandanten seit einiger Zeit einen Vorsorgeplaner an, wenn sie ihr Testament oder einen Vermögensübergang vorbereiten. Dieser bietet relativ übersichtlich die Möglichkeit, Informationen und Notizen für die Erben zu hinterlassen, damit im Todesfall das Suchen und Auffinden von Verträgen und anderen Dokumenten einfacher wird.

Wir haben den Vorsorgeplaner im Selbstversuch getestet. Auch wenn man auf den ersten Blick ein umfangreiches Angehen vermutet, ist der Zeitaufwand akzeptabel. Die meisten Menschen legen ihre Unterlagen auch ohne Vorsorgeplaner mehr oder weniger sorgfältig ab. Es gibt also in der Regel Akten, in denen sich ein Sammelsurium von Unterlagen befindet. Wichtig ist, dass der Erbe später weiß, wo sich diese Akten befinden und wen er ansprechen muss, wenn er Fragen hat. Diese Angaben lassen sich ziemlich einfach und übersichtlich in dem Vorsorgeplaner niederschreiben. Menschen, die gern mit Computern arbeiten, haben die Möglichkeit, die gleichen Angaben auf einem USB Stick zu hinterlegen, was besonders charmant ist, wenn man einmal Änderungen oder Ergänzungen zu den bereits erfassten Angaben machen möchte.

Unser Selbstversuch nahm für das erste Ausfüllen rund drei Stunden in Anspruch. Sofern Sie über einen derartigen Ordner bereits verfügen, sich aber aus Sorge um den Zeitaufwand bisher nicht daran getraut haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir sind gern behilflich.

2. Vorgehensweise ohne Informationen durch den Erblasser

Hat der Erblasser keinen näheren Informationen hinterlassen, müssen die Erben recherchieren.

Der einfachste Weg, um sich einen Überblick zu verschaffen, ist der über die Kontoauszüge des Erblassers. Wir empfehlen, vom jedem Konto, das der Erblasser hatte, die Kontoauszüge eines vollen Jahres zu prüfen, damit sichergestellt ist, dass auch jährliche Einmalzahlungen erfasst werden. Den Kontoauszügen können Sie wertvolle Informationen über die Art und Anzahl der Zahlungen, Versicherungsnummern, Vertragspartner u. v. m. entnehmen. Auf dieser Basis sind dann weitere Aktionen, wie z. B. Kündigungen etc, möglich.

Gern stehen wir Ihnen für Rückfragen und Hilfe zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an.