Dieser Artikel ist nicht nur für Vermieter

Immer wieder geistern Horrormeldungen durch die Presse: Bei statistischen 200.000 Wohnungsbränden im Jahr mit 600 Toten werden 70 % der Bewohner im Schlaf überrascht und verbrennen oder ersticken. Der Gesetzgeber hat schon lange hierauf reagiert und Rauchwarnmelder in Immobilien zur Pflicht gemacht. Die Übergangsfrist, die für die Umsetzung eingeräumt wurde, läuft am 31.12.2015 aus. Zeit also, tätig zu werden, wenn Sie noch nichts getan haben.

Aber wie genau muss die Anbringung erfolgen? Was müssen Sie beachten? Wir haben Ihnen nachfolgend die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Sie müssen also einfach nur diesen Artikel lesen, zum Baumarkt gehen oder Handwerker beauftragen. Dann haben Sie alle gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt und können sich guten Gewissens zurücklehnen. Klingt doch einfach, oder? Und das ist es auch.

Gemäß § 44 Abs. 5 NBauO müssen innerhalb von Wohnungen in den Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder vorhanden sein. Für Geschäftsräume, Büros und sonstige gewerbliche Einheiten besteht dagegen keine Verpflichtung.

Selbstverständlich gibt es für Rauchwarnmelder in Deutschland inzwischen auch DINNormen. Achten Sie darauf, dass die Rauchwarnmelder nach DIN 14604 zertifiziert sind und eine CE Kennzeichnung haben. Die höherwertigen Geräte sind TÜV-geprüft. Das erkennen Sie an den Merkmalen Q oder VdS. Verwenden Sie batteriebetriebene Geräte mit hochwertigen Lithium-Batterien, diese halten laut Hersteller mindestens 10 Jahre. Wichtig ist auch die Ausstattung mit einem Testknopf zur Funktionsüberprüfung und einer Warnfunktion für nachlassende Batterien.

Rauchwarnmelder müssen so angebracht werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Montieren Sie die Melder an die Decke, weil der Rauch nach oben steigt. Der Abstand zur Wand sollte dabei mindestens 60 cm betragen. Ein Rauchwarnmelder erfasst in der Regel eine Fläche von maximal 40 m². Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Anzahl an Geräten.

Die Wartung ist wichtig. Die Funktionsfähigkeit des Rauchmelders muss circa einmal jährlich mit Hilfe der Prüftaste getestet werden, gegebenenfalls sind Batterien auszuwechseln.

Auch die Lüftungsschlitze sollten regelmäßig gereinigt werden, damit sie nicht verstauben. Vorsicht ist bei Renovierungsarbeiten geboten: Die meisten Rauchwarnmelder dürfen nicht überstrichen werden. Die Farbe könnte das Gerät beschädigen oder wichtige Öffnungen verschließen.

Fü r die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft sind grundsätzlich die Nutzer der Wohnung verantwortlich. Das ist wichtig für Vermieter. Sie müssen für die Anbringung sorgen. Die lauSeite 5 von 14 fende Pflege, wie z. B. der Wechsel der Batterien, oder das laufende Testen der Betriebsbereitschaft ist dann nicht mehr in Ihrer Verpflichtung. Ausnahmen bestehen hiervon nur, wenn der Eigentümer diese ausdrücklich selbst übernimmt. Umstritten ist bisher allerdings, ob der Vermieter die Wartung durch den Mieter überprüfen muss. Das wird noch gerichtlich geklärt werden müssen.

Wir empfehlen, die Verpflichtung und die Vorgehensweise der Wartung im Mietvertrag zu regeln und das überstreichen zu verbieten.

Weil der erstmalige Einbau von Rauchwarnmeldern eine Modernisierungsmaßnahme darstellt, können die Anschaffungskosten im Rahmen einer Modernisierungsmieterhöhung auf die Mieter umgelegt werden. Erlaubt sind 11 % der Kosten auf die Jahresmiete.

Hat sich der Vermieter darüber hinaus verpflichtet, die Wartung zu übernehmen, kann er seine Aufwendungen über die laufenden Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Als Verteilungsschlüssel für die Kosten der Wartung von Rauchmeldern wird die anteilige Wohnfläche herangezogen, sofern dies im Mietvertrag nicht anders geregelt ist.

Der Mieter muss den Einbau der Geräte dulden. Dazu gehört, dass er den zur Montage beauftragten Handwerkern Zutritt zur Wohnung gewährt. Unklar ist, ob das auch gilt, wenn der Mieter bereits auf eigene Kosten Rauchmelder angeschafft hat. Hierzu läuft derzeit ein Rechtsstreit beim BGH.

Der Einbau von Rauchwarnmeldern ist grundsätzlich keine große Sache. Damit fällt er unter die Bagatellregelung, das heißt, er muss nicht drei Monate vorher beim Mieter angemeldet werden. Es reicht völlig aus, wenn sich Eigentümer und Mieter darüber rechtzeitig abstimmen.

Wenn Sie ein zentrales Rauchmeldesystem für das ganze Haus einrichten möchten, bei dem auch elektrische Leitungen verlegt werden müssen, ist eine schriftliche Ankündigung gegenüber dem Mieter erforderlich.

Diese gesetzliche Verpflichtung ist nicht zu unterschätzen: Sie müssen davon ausgehen, dass die Versicherung im Brandfall die Entschädigungsleistung verweigern oder mindern kann, wenn trotz Rauchwarnmelderpflicht keine Rauchwarnmelder eingebaut wurden.

Rauchwarnmelder können nicht nur Leben retten, sondern bewahren Sie im Ernstfall auch vor beträchtlichen Vermögenseinbußen.