Um einer möglichen späteren Lücke in der Altersvorsorge entgegen zu wirken, hat der Gesetzgeber das System der Riester-Rente im Jahr 2002 eingeführt. Der Kern dieser Altersvorsorge besteht darin, dass der Staat sich durch jährliche Zulagen bzw. durch einen besonderen Steuerabzug im Rahmen der Sonderausgaben an der Altersvorsorge beteiligt. Insbesondere für Angestellte mit Kindern ist diese Art der Altersvorsorge rentabel.

Riester-Rente: Contax Tipps zur regelmäßigen Überprüfung

In der Praxis sehen wir oft, dass nach Vertragsabschluss keine Anpassungen mehr vorgenommen werden, obwohl sich die Lebenssituation seit dem Vertragsabschluss verändert hat, z. B. durch eine Veränderung im Gehalt oder durch Familienzuwachs. Das hat finanzielle Folgen, die leicht zu verhindern sind.

Grundsätzlich erhält der mittelbar oder unmittelbar Zulagenberechtigte eine Grundzulage von EUR 175,00 p.a. ab 2018 (bis 31.12.2017: EUR 154,00). Diese muss mit dem „Antrag auf Altersvorsorgezulage“ bei Ihrem Versicherungsanbieter beantragt werden.

Der Antrag muss bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, für das der Antrag gestellt wird, beim Anbieter eingereicht werden. Das bedeutet, für die Zulage 2016 müssen Sie bis Ende 2018 den Antrag gestellt haben. Desto früher Sie den Antrag stellen, desto eher wird die Zulage ausgezahlt und im Rahmen Ihres Vertrages verzinst.

Im Rahmen des Dauerzulageverfahrens erteilen Sie Ihrem Anbieter eine Vollmacht, so dass für jedes Beitragsjahr die Zulage automatisch beantragt werden kann.

Neben der Grundzulage für den Versicherungsnehmer gibt es auch eine Kinderzulage. Diese beträgt für Kinder die bis zum 01.01.2008 geboren wurden pro Jahr EUR 185,00 und für nach dem 31.12.2007 geborene Kinder pro Jahr EUR 300,00. Im Regelfall wird der „Antrag auf Altersvorsorgezulage“ zusammen mit dem Vertragsabschluss gestellt. Verändert sich jedoch danach die Lebenssituation wird an den Antrag oft nicht mehr gedacht.

Riester-Rente: Folgen von vergessenen Überprüfungen

Für den Familienzuwachs gibt es, wie oben dargestellt, eine Zulage. Jedoch muss diese auch beantragt werden. Sofern die Zulagenstelle von der Geburt eines Kindes nicht erfährt, wird die Zulage auch nicht ausgezahlt. Unsere Empfehlung lautet daher, sich bei dem Versicherungsanbieter zu melden, nachdem es Zuwachs in der Familie gab.

1. Mindesteigenbeitrag

Ein weiterer Fall der uns oft begegnet ist, dass der Mindesteigenbeitrag der geleistet werden muss nicht gezahlt wird, um den vollen Zulagenanspruch zu erwerben. Der Mindesteigenbeitrag wird u. a. auf die rentenversicherungspflichtigen Einnahmen (in der Regel das Brutto-Gehalt) des Vorjahres berechnet. Davon müssen 4% in den Altersvorsorgevertrag abzüglich des Zulagenanspruchs eingezahlt werden.

Bei einem rentenversicherungspflichtigen Gehalt in Höhe von EUR 30.000,00 in 2017, muss in 2018 folgender Eigenbeitrag geleistet werden:

EUR 30.000,00 * 4% = EUR 1.200,00
abzgl. Zulagenanspruch Grundzulage = EUR 175,00
Mindesteigenbeitrag = EUR 1.025,00.

Sofern dieser Mindesteigenbeitrag geleistet wird, besteht ein Anspruch auf 100% der Zulage. Wenn aber dieser Eigenbeitrag unterschritten wird, erfolgt eine anteilige Kürzung der Zulage. Bei Gehaltserhöhungen kann das zur Folge haben, dass mit den Jahren und entsprechenden Gehaltssteigerungen der Zulagenanspruch sich von Jahr zu Jahr verringert und damit auch die Rendite für den Altersvorsorgevertrag. Die Kürzung der Zulage erfolgt dabei nicht nur auf die Grundzulage für den Versicherungsnehmer sondern auch für die Kinderzulage.

Sofern es keine relevanten Einnahmen gibt, beträgt der Mindesteigenbeitrag lediglich EUR 60,00. Damit können für EUR 60,00 Beitragsleistung im Jahr Zulagen in Höhe von (ab 2018) EUR 175,00 in Anspruch genommen werden. Sofern Kinder da sind, zusätzlich auch die Kinderzulagen. Der maximale Eigenbeitrag beträgt dabei EUR 2.100,00 abzüglich des Zulagenanspruchs.

Anstatt der Zulagen besteht auch die Möglichkeit einer steuerlichen Förderung im Rahmen der Sonderausgaben. Es können Beiträge bis zu EUR 2.100,00 (unter Berücksichtigung der Zulagen) steuermindernd geltend gemacht werden. Ob die Förderung oder die Zulagen für Sie günstiger sind, wird im Rahmen der Steuererklärung berechnet. Jedoch ist es auch hier entscheidend, dass der „Antrag auf Altersvorsorgezulage“ richtig gestellt wurde.

2. jährliche Neuberechnung der Beitragsleistung

Ein weiterer Fall der vermieden werden sollte ist, wenn mehrere Riester-Verträge abgeschlossen wurden. Im schlimmsten Fall wird die Beitragsleistung in dem Vertrag vorgenommen, für den der Zulagenanspruch nicht besteht. Das bedeutet im Ergebnis, dass Sie Beiträge leisten, aber Null- Euro Zulagenanspruch erwerben, weil die Beitragsleistung in den falschen Vertrag gelaufen ist.

Wir empfehlen Ihnen daher, die Beitragsleistung jedes Jahr neu durchzurechnen, um einen Verlust des Zulagenanspruchs und damit auch der Rendite auf Grund zu geringer Eigenbeiträge zu vermeiden. Im Rahmen der Erstellung Ihrer Steuererklärung überprüfen wir die Beitragsleistung in Ihrem Riester-Vertrag und geben einen Hinweis, sofern die Beiträge dort zu gering sind.

Wenn Sie Fragen zur praktischen Umsetzung oder generell zur Riester-Rente haben, freuen wir uns über Ihren Kommentar. Wir helfen gern weiter.