Leider zu häufig erhalten wir von Mandanten notarielle Kaufurkunden über Immobilien, in denen der Kaufpreis nicht aufgeteilt wurde.

Warum Sie den Kaufpreis bereits in der Urkunde aufteilen sollten

Die Kaufpreisaufteilung ist aber relevant für die Abschreibungen dieser Immobilie, wobei der Grund und Boden nicht abgeschrieben werden kann. Deswegen müssen wir dann, sofern es sich um Vermietungsobjekte handelt, mit dem Finanzamt über eine sachgerechte Aufteilung streiten, wobei das Finanzamt regelmäßig von hohen Grund- und Bodenwerten ausgeht.

Deshalb empfehlen wir unseren Mandanten, eine zwar sachgerechte, doch für den Mandanten optimierte Aufteilung des Kaufpreises bereits in der Notarurkunde vorzunehmen. Nunmehr hat der BHF mit Urteil vom 16.09.2015, veröffentlicht am 30.12.2015, entschieden, dass eine vertragliche Kaufpreisaufteilung von Grundstück und Gebäude, sofern diese zum einen nicht nur zum Schein getroffen wurde, zum anderen keinen Gestaltungsmissbrauch darstellt, maßgeblich auch später für das Finanzamt ist.

Grundsätzlich sollte eine Aufteilung des Kaufpreises in Grund und Boden, Gebäude und Außenanlagen erfolgen. Gegebenenfalls gibt es aber auch noch Werte, die den Kaufpreis beeinflusst haben wie z. B. Einbauküchen, ein voller Öltank, Einbaumöbel oder bei Eigentumswohnungen der Anteil an der Instandhaltungsrücklage, die überhaupt nicht Teil der Immobilie sind. Dadurch unterliegen diese auch nicht der Grunderwerbsteuer. Zusätzlich ergeben sich hierdurch auch steuerlich bessere Abschreibungsmöglichkeiten.

Aber auch die Aufteilung nur in Grund und Boden, Gebäude und Außenanlagen sollte im Vorfeld überlegt und entsprechend optimiert in der notariellen Kaufurkunde aufgeführt werden.
 So haben wir Zugriff nicht nur auf die Bodenrichtwerte, sondern auch auf die Werte der kommunalen Gutachterausschüsse sowie auf andere Datenbanken, um möglichst für Sie als Mandanten eine steuerrechtlich optimierte Kaufpreisaufteilung zu erreichen.

Sofern diese sich noch im Rahmen des Angemessenen befindet, ist sie von der Finanzverwaltung auch anzuwenden, wie das o. a. BFH-Urteil bestätigt hat.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen einen Überblick gegeben zu haben. Wenn Sie Fragen haben, dann stellen Sie diese gern in den Kommentaren.