Einführung einer Steuerpflicht für Gewinne aus der Veräußerung von Streubesitzbeteiligungen ab 2018.

Hält eine Kapitalgesellschaft Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft, sind grundsätzlich die Dividenden- und Veräußerungserträge bei der haltenden Kapitalgesellschaft zu 95% von der Körperschaftsteuer befreit, da nur 5% dieser Gewinne der Körperschaftsteuer unterworfen werden. Bei einem Gewinn von z. B. EUR 100,00 fallen bei einem Körperschaftsteuersatz von 15% somit nur EUR 0,75 Körperschaftsteuer an.

Ist die Beteiligung größer als 15%, entfällt auf Grund des sogenannten Schachtelprivilegs auch die Gewerbesteuer. Ist die Beteiligung darunter, fällt Gewerbesteuer an. Aber auch dann ist die Gesamtsteuerbelastung unter 20%.

Hätte eine natürliche Person diese Anteile an Kapitalgesellschaften wie z. B. Aktien im Depot, würden eine Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag mit stets rund 26,4% anfallen.

Dieses Steuergefälle haben viele Steuerpflichtige in der Form ausgenutzt, dass sie ihr Finanzkapital in ihre Kapitalgesellschaft gegeben haben („Spardosen“-GmbH).

Seit dem 01.03.2013 ist allerdings abweichend von der o. a. sehr geringfügigen Körperschaftsteuer die Steuerpflicht für Dividenden aus Streubesitzbeteiligungen von unter 10% Beteiligungsquote eingeführt worden. Seit diesem Datum werden diese Dividenden je nach dem Hebesatz der Kommune um ca. 34% Steuern insgesamt belastet.

Nunmehr soll mit Wirkung ab 01.01.2018 auch für alle Veräußerungsgewinne von Streubesitzbeteiligungen der reguläre Körperschaftsteuersatz von 15% zzgl. Solidaritätszuschlag gelten.

Damit ist die sogenannte „Spardosen“-GmbH insgesamt beerdigt. Es ist zu überlegen, ob derartige Streubesitzbeteiligungen, deren aktueller Wert über den Anschaffungskosten liegt, nicht rechtzeitig bis Ende 2017 von der Kapitalgesellschaft veräußert werden sollten.

                                                                                                         

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