Das Steuerrecht behandelt Bewirtungskosten zu 30 % als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Nur, wann liegen denn überhaupt Bewirtungskosten vor? Oder sind es vielleicht gar keine, sondern voll abziehbare Betriebsausgaben? Und was muss beachtet werden, damit der Betriebsprüfer nichts streicht?

1. Was fällt unter Bewirtungskosten?

Eine Bewirtung liegt vor, wenn die Darreichung von Speisen und Getränken eindeutig im Vordergrund steht. Hierzu gehören auch Aufwendungen, die im engeren Zusammenhang mit der Bewirtung anfallen, wie z. B. Trinkgelder und Garderobengebühren.

Werden neben dieser Bewirtung auch noch andere Leistungen geboten, wie Varieté, Nachtlokal und Ähnliches, und steht der Gesamtpreis in einem offensichtlichen Missverhältnis zum Wert der verzehrten Speisen, sind die gesamten Kosten nicht abzugsfähig.

Soweit die Bewirtungskosten wegen Unangemessenheit nicht zu Betriebsausgaben führen, ist auch die gezahlte Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abzugsfähig und unterliegt zusätzlich dem Abzugsverbot als Betriebsausgaben.

2. Keine Bewirtung und damit voller Betriebsausgabenabzug liegt vor bei:

  • Aufmerksamkeiten in geringem Umfang, wie Kaffee, Tee, Gebäck, z. B. anlässlich betrieblicher Besprechungen, wenn es sich hierbei um eine übliche Geste der Höflichkeit handelt;
  • Produkt- bzw. Warenverkostungen, z. B. im Herstellungsbetrieb, beim Kunden, beim (Zwischen-) Händler, bei Messeveranstaltungen; hier besteht ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Verkauf der Produkte oder Waren. Voraussetzung für den unbeschränkten Abzug ist, dass nur das zu veräußernde Produkt und ggf. Aufmerksamkeiten (z. B. Brot anlässlich einer Weinprobe) gereicht werden.
  • Bei Speisen, die bei Arbeitsessen mit Angestellten gereicht werden, z. B. bei Mitarbeiter- oder Teambesprechungen. Das können Kleinigkeiten wie belegte Brötchen sein, aber umfangreichere Speisen. Hierbei steht nicht die Bewirtung im Vordergrund, sondern die berufli-che bzw. betriebliche Tätigkeit.

3. Steuerrechtlich können daher Bewirtungskosten nur berücksichtigt werden:

  • Bei betrieblicher Veranlassung – für Personen, die im engeren und weiteren Sinne zum Betrieb gehören. Hierzu gehört auch die Bewirtung von Arbeitnehmern des bewirtenden Unternehmens, wenn sie in einem Restaurant stattfindet.
  • Aus geschäftlichem Anlass – für Personen, zu denen eine Geschäftsbeziehung besteht oder sich anbahnt. Bei privater Veranlassung oder Mitveranlassung (Bewirtung in der Wohnung oder Geburtstagsfeier) unterliegen die gesamten Kosten dem Abzugsverbot.

Die Bewirtung von Besuchern des Betriebes, z. B. im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, ist geschäftlich veranlasst.

  • Der Bundesfinanzhof hat sich zur Frage der Unangemessenheit bisher noch nie pauschal geäußert. Er hat hier immer auf den Einzelfall abgestellt.

4. Formelle Voraussetzungen für den Bewirtungskostenabzug und steuerliche Folgen

Die betriebliche Veranlassung muss durch schriftliche Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmer, Anlass der Bewirtung und den Aufwendungen nachgewiesen werden. Bei einer Bewirtung im Lokal können die Aufwendungen anhand der Rechnung belegt werden. Auf der Rechnung oder in einer Anlage sind Angaben zum Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung erforderlich.

Bei Rechnungen über EUR 150,00 (Kleinbetragsgrenze) muss eine vollständige Rechnung im Sinne des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) als Nachweis vorgelegt werden. Angegeben werden müssen Name und Anschrift des Lokals, Tag der Bewirtung und Rechnungsempfänger. Die Rechnung muss auf den Unternehmer ausgestellt sein (Ausnahme: Kleinbetragsrechnungen bis EUR 150,00). Des Weiteren müssen die Art und der Umfang der einzelnen Speisen und Getränke sowie das Entgelt für die einzelnen Speisen und Getränke angegeben werden.

Die Teilnehmer der Bewirtung müssen namentlich benannt werden. Ausnahmen bestehen z. B. bei Bewirtung einer größeren Personenzahl im Rahmen einer Betriebsbesichtigung oder vergleichbaren Anlässen. Hier reichen die Zahl der Teilnehmer und eine Sammelbezeichnung für die Personengruppe aus.

Bei einer geschäftlichen Bewirtung sind nur 70 % der angemessenen und nachgewiesenen Kosten als Betriebsausgaben abzugsfähig. Von den gesamten Aufwendungen scheiden aber vorab Kosten aus, die privat veranlasst sind, nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind, nicht nachgewiesen werden können, nicht auf gesonderten Konten gebucht wurden oder nach ihrer Art keine Bewirtungsaufwendungen sind (z. B. Musik für eine Informations- oder Werbeveranstaltung und andere Nebenkosten).

Die verbleibenden 30 % sind nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Als Vorsteuer können jedoch die Steuern aus 100 % des Rechnungsbetrags geltend gemacht werden.

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Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen einen Überblick gegeben zu haben.

                                                                                                         

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